{"id":287,"date":"2014-03-26T11:31:02","date_gmt":"2014-03-26T09:31:02","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zsconsult.de\/?p=287"},"modified":"2014-03-24T11:32:31","modified_gmt":"2014-03-24T09:32:31","slug":"teil-5-noch-mehr-ideen-gegen-uebertriebenen-perfektionismus-perfektionismus-teil2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/?p=287","title":{"rendered":"Teil 5 &#8211; Noch mehr Ideen gegen \u00fcbertriebenen Perfektionismus \u2013 Perfektionismus Teil\/2"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u201eDein letztes Seminar war ist anscheinend gut gelaufen\u201c. L\u00e4chelnd lehnt sich Sonja Zienert, die Personalleiterin zur\u00fcck. Das Gespr\u00e4ch mit Gesa Steinmann, ihrer Mitarbeiterin aus der Personalentwicklung eines IT-Dienstleisters, geht langsam dem Ende zu und sie m\u00f6chte noch einen kritischen Punkt ansprechen. \u201eZumindest die Feedback-B\u00f6gen sind ganz gut ausgefallen.\u201c \u201eJa\u201c, seufzt Gesa erleichtert, \u201edas war ein hartes St\u00fcck Arbeit. Wir hatten ja nur zwei Tage Zeit und dann den ganzen Stoff einer Grundlagenschulung Kommunikation durch zu kriegen ist eine echte Herausforderung\u201c. \u201eIch bin auch zufrieden, wie es gelaufen ist,\u201c setzt Sonja von Neuem an, \u201eaber eines wundert mich doch immer wieder. Bei der Frage \u201eInwieweit konnten Sie eigene Fragen mit einbringen\u201c haben alle Teilnehmer \u201ewenig\u201c angekreuzt. \u201e Jetzt ist das L\u00e4cheln aus Sonjas Gesicht komplett verschwunden. \u201eWie erkl\u00e4rst du dir das?\u201c F\u00fcr Gesa kommt diese Frage \u00fcberraschend. Einen Moment lang wei\u00df sie nicht, was sie antworten soll. Doch dann sagt sie \u201eDu wei\u00dft doch, wie wenig Zeit ich habe. Wenn wir anfangen zu diskutieren, komme ich mit meinem Stoff nicht durch. Und dann m\u00fcssten wir noch einen Tag dran h\u00e4ngen. Du hast doch gesagt, dass unser Budget f\u00fcr maximal zwei Schulungstage reicht.\u201c \u201eDas stimmt\u201c, erwidert die Personalleiterin, \u201e aber ich hab mal die Feedback-B\u00f6gen deiner zehn letzten Seminare durchgesehen. Leider haben die Mitarbeiter auch in anderen Seminaren kritisiert, bei dir zu wenig eigene Themen und Fragen mit einzubringen zu k\u00f6nnen.\u201c \u00a0Gesa ist platt. Das kann nicht wahr sein. Gerade jetzt, wo sie sich extra viel M\u00fche gegeben hat, alles unter einen Hut zu bekommen, wird an ihr herumgen\u00f6rgelt. \u201eDas sehe ich ganz anders\u201c, gibt sie zur\u00fcck, \u201enoch nie habe ich so viel Vorbereitung in ein Seminar gesteckt. Ich habe s\u00e4mtliche Folien \u00fcberarbeitet, den Seminarablaufplan dreimal ge\u00e4ndert. Nur um zu gew\u00e4hrleisten, dass alle wichtigen Themen dran kommen.\u201c Gesas Stimme ist lauter geworden. W\u00fctend verschr\u00e4nkt sie die Arme vor der Brust und lehnt sich l\u00e4ssig zur\u00fcck. \u201eDas verstehe ich ja, Gesa\u201c, bes\u00e4nftigt die Personalerin, \u00a0\u201eich sch\u00e4tze deine Arbeit sehr. Gerade deswegen, weil du so perfekt darin bist, Seminare zu planen und zu strukturieren habe ich dir diese Aufgabe ja gegeben. Aber manchmal habe ich den Eindruck, dass du zu perfekt bist. Warum l\u00e4sst du dir nicht ein bisschen mehr Zeit? Dann sind die Teilnehmer zufriedener, weil sie mehr Fragen stellen k\u00f6nnen. Und du bist auch entspannter, weil du nicht mehr so viel Stress hast. Probier\u2019s beim n\u00e4chsten Seminar einfach mal aus.\u201c<!--more--><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Zuviel des Guten<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie ungerecht! Ausgerechnet jetzt, wo sie sich besonders viel M\u00fche gegeben hat, wird sie kritisiert.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In ihrem \u00c4rger merkt Gesa gar nicht, dass gerade darin der Fehler liegt. Nur weil sie zu perfekt vorbereitet ist, wird sie so angreifbar.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon Aristoteles wusste, dass eine St\u00e4rke, die wir \u00fcbertreiben, automatisch zur Schw\u00e4che wird. Wer zu genau ist, wird pedantisch. Wer zu spontan ist, wird unberechenbar.\u00a0 Auf die Dosierung kommt es an. Und etwas anderes ist noch wichtig. Jede St\u00e4rke braucht ein positives Gegenst\u00fcck zum Ausgleich. Die Genauigkeit braucht die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, die Toleranz passt zur Regeltreue. Dieses Wissen um die Harmonie der Gegens\u00e4tze ist in allen Kulturen dieser Erde verankert. Es hilft uns, zu verhindern, eigene St\u00e4rken zu \u00fcbertreiben. Denken Sie nur an das chinesische Ying-Yang-Symbol. Es zeigt am deutlichsten, dass nur durch das Zusammenspiel zweier Pole perfekte Harmonie entsteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Genau davon handelt der folgende Abschnitt.\u00a0 Anhand eines einfachen Modells m\u00f6chte ich Ihnen zeigen, um wie viel angenehmer es ist, mit zwei St\u00e4rken einzigartig zu werden anstatt mit nur einer scheinbar perfekt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Gemeinsam sind wir stark<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Als der Hamburger Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun vor 25 Jahren das Modell des Wertequadrats erfunden hat, wollte er Menschen helfen, eigene St\u00e4rken st\u00e4rker zu betonen und deren ungewollte \u00dcbertreibungen zu vermeiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die zugrunde liegende Idee ist ganz einfach: immer zwei St\u00e4rken geh\u00f6ren zusammen \u2013 \u00a0wie Geschwister halt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die St\u00e4rke Gr\u00fcndlichkeit hat als Gegenst\u00fcck die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit (im Sinne von Mut zur L\u00fccke). Wenn man allerdings wie Gesa die Genauigkeit \u00fcbertreibt, wird sie zur Kleinlichkeit. Und umgekehrt wird jemand, der gro\u00dfz\u00fcgig ist, oberfl\u00e4chlich und ungenau. Vorausgesetzt er \u00fcbertreibt seine St\u00e4rke.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Erkennen Sie das Prinzip? Sie k\u00f6nnen es auf jede andere Situation \u00fcbertragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die folgende Abbildung zeigt das Wertequadrat f\u00fcr die St\u00e4rken Genauigkeit und Gro\u00dfz\u00fcgigkeit.<\/p>\n<figure id=\"attachment_288\" aria-describedby=\"caption-attachment-288\" style=\"width: 244px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/wertequadrat.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-288 \" alt=\"Das Wertequadrat\" src=\"http:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/wertequadrat.png\" width=\"244\" height=\"147\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-288\" class=\"wp-caption-text\">Das Wertequadrat<\/figcaption><\/figure>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><i>Abb. 3.1.1. Das Wertequadrat<\/i><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b><i>Immer zwei St\u00e4rken erg\u00e4nzen sich<\/i><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Probieren Sie das Wertequadrat doch einmal mit einer eigenen St\u00e4rke \u00a0aus. Vielleicht stehen in der oberen Reihe dann nicht Gro\u00dfz\u00fcgigkeit und Gr\u00fcndlichkeit, sondern stattdessen Vertrauen und Vorsicht. Diese beiden St\u00e4rken spielen ja eine gro\u00dfe Rolle, wenn man sich in ein neues Team einarbeiten muss. Da man noch niemanden kennt, wird man vorsichtig sein, was man sagt. Schlie\u00dflich wissen Sie noch nicht, wie der andere reagiert. Andererseits w\u00e4re es fatal, wenn Sie zu misstrauisch sind. Denn dann entsteht keine vertrauensvolle Arbeitsbasis. Nur vorsichtig zu sein oder nur Vertrauen zu zeigen bringt Sie jetzt nicht weiter, Um sich optimal im Team einzuleben brauchen Sie beides. Das Wertequadrat zeigt Ihnen, was zu tun ist, um eine bereits begonnene \u00dcbertreibung zur\u00fcckzuschrauben. Die Pfeile in der Abbildung zeigen an, welche Entwicklungsrichtung Sie einschlagen m\u00fcssen, wenn Sie aus Versehen in der \u00dcbertreibung gelandet sind. Vielleicht waren Sie zu vertrauensselig und haben gleich am ersten Tag erz\u00e4hlt, was in der letzten Abteilung alles schief gegangen ist. Dann sollten Sie jetzt vorsichtiger sein, denn Sie wissen ja noch nicht, ob der andere nicht alles br\u00fchwarm weiter erz\u00e4hlt. Oder Sie haben noch gar nichts von sich erz\u00e4hlt. Dann werden Sie mit den anderen nicht warm werden, weil niemand sie richtig einsch\u00e4tzen kann. In so einem Fall sollten Sie den anderen einen Vertrauensvorschuss geben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch wenn sich alles in Ihnen str\u00e4ubt und Sie gar keine Lust haben, Vertrauen zu \u00a0zeigen, Sie sollten trotzdem versuchen, gegen das Misstrauen anzugehen. Lassen Sie sich \u00a0jetzt von Ihrem Verstand leiten, von der Erkenntnis, dass das Wertequadrat Ihnen hilft, die richtige Balance zu finden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie werden sehen, die M\u00fche lohnt sich. Denn wer vertrauensvoll <span style=\"text-decoration: underline;\">und<\/span> vorsichtig sein kann, arbeitet sich schneller in einem neuen Team ein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und eine Seminarleiterin, die gut vorbereitet ist und trotzdem auf Fragen der Teilnehmer eingeht, wirkt viel \u00fcberzeugender als eine, die nur perfekt sein will. Genau deshalb hat Gesa sich entschieden, etwas Neues auszuprobieren. In einer Art Experiment will sie ausprobieren, wie Sie den Gegenpol ihrer St\u00e4rke \u201ePerfekte Vorbereitung\u201c mit ins Spiel bringen kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><b>Das pers\u00f6nliche Experiment<\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Montagmorgen 09.00 Uhr. Gesa Steinmann begr\u00fc\u00dft gerade ihre Seminarteilnehmer. So wie jedes Mal. Wirklich? Nein, heute ist alles anders, denn heute beginnt Gesas Experiment. Heute wird sie nicht die perfekt vorbereitete sondern die Trainerin mit Spielraum f\u00fcr offene Themen sein.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ganz gegen ihre Gewohnheit hat sie im Seminarprogramm L\u00fccken gelassen. Bevor das Experiment los geht, notiert sie genau, welche Gedanken und Gef\u00fchle ihr durch den Kopf gehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sollten Sie auch tun. Wenn Sie dann anschlie\u00dfend das Geschehen in der konkreten Situation beschreiben und abschlie\u00dfend Ihre Gedanken und Gef\u00fchle nach der Situation notieren, werden Sie erkennen, wie das Wertequadrat Ihr Verhalten positiv beeinflusst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier sehen Sie die Tabelle, mit der Gesa Steinmann ihr Verhalten protokolliert hat.<\/p>\n<p><b><i>Tabelle 3.1.2. Das pers\u00f6nliche Experiment<\/i><\/b><\/p>\n<table border=\"1\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"113\"><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"111\">\n<p align=\"center\"><b>Gedanken und<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Gef\u00fchle vor der<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Situation<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"111\">\n<p align=\"center\"><b>In der Situation<\/b><\/p>\n<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"111\">\n<p align=\"center\"><b>Gedanken und<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>Gef\u00fchle nach<\/b><\/p>\n<p align=\"center\"><b>der Situation<\/b><\/p>\n<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"113\"><b>Die Trainerin mit Mut zur L\u00fccke<\/b><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"111\">Angst, keine Antwort zu wissen, Angst bl\u00f6d da zu stehen, Angst, sich zu blamieren<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"111\">Anregende Diskussion unter den Teilnehmern. Kritische und lobende Stimmen.<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"111\">Aufgeregt, weil es auch h\u00e4tte schief gehen k\u00f6nnen. Stolz, weil die Teilnehmer offenbar sehr engagiert mitdiskutiert haben und ihr gutes Feedback gegeben haben.<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\" width=\"113\"><b>Die perfekte Trainerin<\/b><\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"111\">\u2026..<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"111\">\u2026..<\/td>\n<td valign=\"top\" width=\"111\">\u2026..<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><b><i>Das pers\u00f6nliche Experiment hilft Ihnen, St\u00e4rken und Schw\u00e4chen besser einzusch\u00e4tzen<\/i><\/b><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wie Sie sehen, bef\u00fcrchtet Gesa vor ihrem Experiment, keine Antworten zu wissen und sich zu blamieren. Schauen wir doch mal, was anschlie\u00dfend im Seminar wirklich passiert ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e So, Sie haben nun die wichtigsten Prinzipien erfolgreichen Verkaufens kennengelernt\u201c, beginnt Gesa. Ein Blick zur Uhr zeigt, dass sie noch eine ganze halbe Stunde Zeit bis zur Mittagspause hat \u2013 ungeplante Zeit, die nun spontan gef\u00fcllt werden soll. \u201eWenn Sie sich das nochmal alles durch den Kopf gehen lassen, welches Prinzip gef\u00e4llt Ihnen besonders?\u201c fragt Gesa in die Seminarrunde. Herr M\u00fcller, der sich bislang gar nicht ge\u00e4u\u00dfert hat, meldet sich: \u201eAlso wenn ich ehrlich bin, halte ich von Ihren Verkaufsprinzipien \u00fcberhaupt gar nichts.\u201c Kurze Pause. Gesas Magen zieht sich krampfartig zusammen. Genau so etwas hatte sie bef\u00fcrchtet. Genau deswegen gibt sie das Zepter nicht aus der Hand, damit so etwas nicht passiert. Sie bem\u00fcht sich, die Fassung zu wahren und fragt scheinbar interessiert nach: \u201eWie meinen Sie das, Herr M\u00fcller?\u201c \u201e Na so wie ich es gesagt habe. Das ist doch nur alles graue Theorie, in der Praxis haben wir es doch mit ganz anderen Problemen zu tun.\u201c Irgendwo in ihrem tiefsten Innern meldet sich eine Stimme, die ruft \u201esiehst du? Ich hab\u2019s dir gleich gesagt. Das geht schief. Jetzt nehmen sie dich komplett auseinander und danach kannst du deinen Job an den Nagel h\u00e4ngen.\u201c Doch dann passiert etwas Ungew\u00f6hnliches \u2013 Gesa entdeckt ihren Kampfgeist. Und ihre Streitlust. \u201eDa bleib ich jetzt dran\u201c, sagt sie sich und mit fast freudiger Aufregung fragt sie in die Runde: \u201eWie sehen die anderen das denn? Sie sind doch alle Verkaufsprofis. Wie sind Ihre Erfahrungen?\u201c Frau Steiner, die Dienst\u00e4lteste meldet sich zu Wort: \u201eIch finde, Herr M\u00fcller \u00fcbertreibt. Sicher treffen Ihre Beispielsituationen nicht immer unsere Praxis. Aber als wir vorhin das Zuh\u00f6ren besprochen haben, ist mir schon klar geworden, dass ich zu oft einfach nur meine Spr\u00fcche abspule. Ich habe mir jetzt schon vorgenommen, dem Kunden mehr Raum zu geben, zu sagen, was er eigentlich will.\u201c \u201eGenau\u201c, ruft jetzt Herr Schulze dazwischen, \u201eseien wir doch mal ehrlich. Wir sind zwar alles alte Hasen, aber wie schnell landet man im alten Trott, wenn man sich nicht hinterfragt? Auch wenn ich das alles schon mal geh\u00f6rt habe, was Frau Steinmann uns erz\u00e4hlt, ich muss mich immer und immer wieder dran erinnern\u2026\u201c, \u201eAch, das ist doch alles verschwendete Zeit\u201c, unterbricht jetzt wieder Herr M\u00fcller, und wird sofort von Frau Steiner abgew\u00fcrgt: \u201ejetzt lass den Kollegen doch wenigstens mal ausreden. Wie willst du denn dem Kunden richtig zuh\u00f6ren, wenn du noch nicht mal uns ausreden l\u00e4sst?\u201c Einige schmunzeln.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir lassen Gesa und ihr Seminar jetzt mal allein. Es wurde noch hitzig weiter diskutiert und Sie ahnen nat\u00fcrlich l\u00e4ngst, dass die Teilnehmer vor allem diese Diskussion besonders interessant fanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Was Gesa am Ende in ihre Experiment-Tabelle eingetragen hat, sehen Sie oben. Jetzt, wo sie gemerkt hat, dass sie als nicht perfekte Trainerin bei den Teilnehmern gut ankommt, ist sie erleichtert. Am n\u00e4chsten Tag wird sie wieder die Alte sein, die Perfekte. Sie ist sehr gespannt, was am sie am Ende des Tages dann in ihre Beobachtungstabelle eintragen wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und etwas anderes hat sie noch entdeckt: ihren Mut. Mittendrin, als die Angst, die Kontrolle zu verlieren am allergr\u00f6\u00dften war, hat Gesa ihre Angst vergessen, weil die Lust zu k\u00e4mpfen pl\u00f6tzlich gr\u00f6\u00dfer war. Ein wichtiger Moment, der mich an David erinnert, als er sich dem Riesen Goliath gen\u00e4hert hat.\u00a0 Auch er hat sich entschieden, auf die Soldatenr\u00fcstung zu verzichten und nur mit seinem Mut zu k\u00e4mpfen. Mit Hirtenumhang und Steinschleuder bewaffnet ging er auf Goliath zu. David wei\u00df, dass die R\u00fcstung ihm in diesem Kampf nicht viel n\u00fctzen wird. Er verl\u00e4sst sich allein auf seinen Glauben und auf seinen Mut. Nur deswegen f\u00e4llt es\u00a0 ihm leicht, etwas zu riskieren. Und nur deswegen, weil er etwas riskiert, wird er einzigartig.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDein letztes Seminar war ist anscheinend gut gelaufen\u201c. L\u00e4chelnd lehnt sich Sonja Zienert, die Personalleiterin zur\u00fcck. Das Gespr\u00e4ch mit Gesa Steinmann, ihrer Mitarbeiterin aus der Personalentwicklung eines IT-Dienstleisters, geht langsam dem Ende zu und sie m\u00f6chte noch einen kritischen Punkt ansprechen. \u201eZumindest die Feedback-B\u00f6gen sind ganz gut ausgefallen.\u201c \u201eJa\u201c, seufzt Gesa erleichtert, \u201edas war ein [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[49],"tags":[17],"class_list":["post-287","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-self-coaching","tag-perfektionismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=287"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/287\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":292,"href":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/287\/revisions\/292"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=287"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=287"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}