{"id":336,"date":"2017-02-22T13:47:46","date_gmt":"2017-02-22T11:47:46","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.zsconsult.de\/?p=336"},"modified":"2020-03-01T14:50:06","modified_gmt":"2020-03-01T12:50:06","slug":"warum-unternehmen-resilient-sein-sollten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/?p=336","title":{"rendered":"Warum Unternehmen resilient sein sollten"},"content":{"rendered":"<p>Immer \u00f6fter h\u00f6re ich, dass Unternehmen sich Gedanken dar\u00fcber machen, ihre Mitarbeiter in Bezug auf Resilienz zu schulen. Dabei geht es meistens darum die Widerstandsf\u00e4higkeiten der Mitarbeiter zu st\u00e4rken, um psychischen Belastungsfolgen begegnen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Viel zu oft ist Resilienz dann nur ein Schlagwort, bei dem nur wenige wissen, was sich \u00fcberhaupt dahinter verbirgt.<\/p>\n<p>Julia Scharnhorst definiert in ihrem Buch \u201eBurnout\u201c, Resilienz folgenderma\u00dfen:<\/p>\n<p><strong><em>&#8230;die F\u00e4higkeit,\u00a0widerstandsf\u00e4hig gegen\u00fcber \u00e4u\u00dferen Belastungen und Krisensituationen zu sein und sie ohne anhaltende Beeintr\u00e4chtigung durchzustehen. Resilienz ist die F\u00e4higkeit, sich angesichts andauernder Belastungen, Widrigkeiten, Traumata oder Trag\u00f6dien anzupassen und zu erholen.\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p>(Quelle: \u201eBurnout\u201c Scharnhorst, 2012, S. 210)<!--more--><\/p>\n<p>Ganz konkret werden u.a. folgende F\u00e4higkeiten oder Eigenschaften damit verbunden:<\/p>\n<p><strong><em>Soziale Unterst\u00fctzung, die F\u00e4higkeit, positive Emotionen zu zeigen, eigene Ziele definieren zu k\u00f6nnen und ein gutes Selbstwertgef\u00fchl zu haben<\/em><\/strong>. (s.a. Bundeszentrale f\u00fcr gesundheitliche Aufkl\u00e4rung, Bd. 43).<\/p>\n<p>Meiner Erfahrung nach sind das Eigenschaften, die nicht im Rahmen einer Schulung trainiert werden k\u00f6nnen wie ein EDV-Programm. Sie entwickeln sich eher im Laufe eines Lebensabschnitts. Im Rahmen von Schulungen zur Resilienz k\u00f6nnen aber wichtige Anregungen und Impulse gegeben werden, die den Teilnehmern helfen, ihre eigene Resilienz Schritt f\u00fcr Schritt eigenverantwortlich weiter auszubauen.<\/p>\n<p>Ich denke, die Entwicklung der eigenen Resilienz k\u00f6nnte folgende Aspekte beinhalten:<\/p>\n<ul>\n<li>Die eigene Gesundheit und das eigene Wohlbefinden f\u00f6rdern: z.B. eigene Stressbew\u00e4ltigungstechniken erlernen und \u00fcben, einen gesundheitsf\u00f6rderlichen Lebensstil entwickeln. Belastungen reduzieren, soziale Konflikte ausbauen, Aktivit\u00e4ten steigern, die die eigene Energie und Vitalit\u00e4t steigern.<\/li>\n<li>Eigene Probleml\u00f6sungsf\u00e4higkeiten st\u00e4rken und weiter ausbauen.<\/li>\n<li>Das eigene Selbstwertgef\u00fchl aufbauen und ausbauen, z.B. indem man St\u00e4rken und Schw\u00e4chen reflektiet.<\/li>\n<li>Neue Lebensziele festlegen und Bilanz ziehen: wie bin ich bisher mit Krisen umgegangen. Was habe ich gelernt? Was will ich noch lernen?<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich denke, es loht sich, nicht nur die Mitarbeiter einer Organisation, sondern auch die Organisation selbst in ihrer Resilienz zu st\u00e4rken. Dazu sagen Allenby und Fink von der Arizona State University:<\/p>\n<p>\u201eEin System ist dann resilient, wenn es trotz \u00e4u\u00dferen und inneren Wandels seine Funktionen aufrecht erh\u00e4lt oder wenn es diese im Notfall auf ertr\u00e4gliche und allm\u00e4hliche Art und Weise einschr\u00e4nkt.\u201c<\/p>\n<p>Julia Scharnhorst empfiehlt, auf folgende Aspekte konkret zu achten:<\/p>\n<ul>\n<li>Ist die Funktionsf\u00e4higkeit gesichert? K\u00f6nnen die Mitarbeiter ihre Aufgaben erf\u00fcllen? Hier kann die Personalentwicklung helfen, die notwendigen Prozesse zu unterst\u00fctzen und erg\u00e4nzend dazu eine Gef\u00e4hrdungsbeurteilung durchzuf\u00fchren.<\/li>\n<li>In Ver\u00e4nderungsprozessen wird gew\u00e4hrleistet, dass die Funktionsf\u00e4higkeit erhalten bleiben kann: Ver\u00e4nderungsprozesse sollten auf der sachlich-fachlichen Ebene und auf der zwischenmenschlichen Ebene vorbereitet, begleitet und durchgef\u00fchrt werden.<\/li>\n<li>Die Zukunftsf\u00e4higkeit ist gew\u00e4hrleistet: Ziele, Werte und Visionen sind erarbeitet und kommuniziert.<\/li>\n<li>Krisenbew\u00e4ltigung: Das Wertesystem wird authentisch gelebt und kann als haltgebend genutzt werden, Die Probleml\u00f6sungsf\u00e4higkeiten der Mitarbeiter werden gef\u00f6rdert (Fehlerkultur, Wissensmanagement). Die F\u00fchrungskr\u00e4fte behalten einen realistischen Blick f\u00fcr Probleme, M\u00f6glichkeiten und Grenzen der Belastung.<\/li>\n<li>Lernf\u00e4higkeit: Das Vertrauen untereinander und in die Weiterentwicklung von Ideen wird kontinuierlich gef\u00f6rdert. Mut, Risikobereitschaft und Vorsicht halten sich die Waage. Neues darf ausprobiert werden, Fehler werden ausgewertet, aber nicht bestraft.<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Immer \u00f6fter h\u00f6re ich, dass Unternehmen sich Gedanken dar\u00fcber machen, ihre Mitarbeiter in Bezug auf Resilienz zu schulen. Dabei geht es meistens darum die Widerstandsf\u00e4higkeiten der Mitarbeiter zu st\u00e4rken, um psychischen Belastungsfolgen begegnen zu k\u00f6nnen. Viel zu oft ist Resilienz dann nur ein Schlagwort, bei dem nur wenige wissen, was sich \u00fcberhaupt dahinter verbirgt. 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