{"id":422,"date":"2021-08-08T19:14:49","date_gmt":"2021-08-08T17:14:49","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/?p=422"},"modified":"2021-08-10T15:14:18","modified_gmt":"2021-08-10T13:14:18","slug":"raus-aus-der-zwickmuehle-wichtige-entscheidungen-treffen-kann-man-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.zsconsult.de\/?p=422","title":{"rendered":"Raus aus der Zwickm\u00fchle \u2013 Wichtige Entscheidungen treffen kann man lernen"},"content":{"rendered":"\n<p>Kira ist schon lange in ihrem Job unzufrieden. Vor mehr als sieben Jahren hat sie als Teamleiterin in einem gro\u00dfen mittelst\u00e4ndischen Weiterbildungsunternehmen begonnen. Doch viele Versprechen seitens ihres Arbeitgebers konnten nicht eingehalten werden: spannende Aufstiegs-, bzw. Weiterentwicklungsm\u00f6glichkeiten haben sich leider nicht ergeben. Und das gute Teamklima hat sich \u00fcber die Jahre betrachtet als eher ertr\u00e4glich herausgestellt.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/stairs-6517488_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"665\" src=\"https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/stairs-6517488_1920-1024x665.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-426\" srcset=\"https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/stairs-6517488_1920-1024x665.jpg 1024w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/stairs-6517488_1920-300x195.jpg 300w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/stairs-6517488_1920-768x498.jpg 768w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/stairs-6517488_1920-1536x997.jpg 1536w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/stairs-6517488_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>(Foto: J\u00e1nos Bencs, pixabay.com)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Die alleinerziehende Mutter einer 13-j\u00e4hrigen Tochter m\u00f6chte sich beruflich ver\u00e4ndern. Mit Anfang vierzig ist aus ihrer Sicht der richtige Zeitpunkt gekommen, sich einen Job zu suchen, der zu hundert Prozent ihren Vorstellungen entspricht und sich nicht mehr mit faulen Kompromissen zufrieden zu geben. Ihre Tochter ist aus dem Gr\u00f6bsten raus und Kira findet, dass sie es sich nun erlauben darf, wieder mehr an sich zu denken.<\/p>\n\n\n\n<p>Einerseits&#8230;.andererseits sind da Zweifel und \u00c4ngste, die sie qu\u00e4len:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer garantiert mir denn, dass der n\u00e4chste Job, der zun\u00e4chst attraktiv wirkt, sich nicht doch wieder als Niete entpuppt, so wie bei ihrer jetzigen Firma?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eIch m\u00fcsste umziehen, bei mir im Umkreis gibt es nichts Passendes. Ich m\u00fcsste meine Tochter aus ihrem gewohnten Umfeld rei\u00dfen. Das ist mit einer pubertierenden Tochter schwer zu machen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eVielleicht ist die Suche nach dem Perfekten ein Irrtum? Meine Eltern und viele Freunde sagen mir immer wieder, dass ich zu anspruchsvoll bin.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6328310_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"732\" src=\"https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6328310_1920-1024x732.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-427\" srcset=\"https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6328310_1920-1024x732.jpg 1024w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6328310_1920-300x214.jpg 300w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6328310_1920-768x549.jpg 768w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6328310_1920-1536x1098.jpg 1536w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6328310_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>(Foto: Paul Stachowiak, pixabay.com)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Immer dann, wenn Menschen sich mit wichtigen Entscheidungen in einer gef\u00fchlten Sackgasse befinden, sprechen wir von einem&nbsp;<strong>Dilemma<\/strong>.&nbsp;&nbsp;Bei einem Dilemma gibt es meistens zwei Optionen, die sich gegenseitig ausschlie\u00dfen. Dadurch, dass die Entscheidungsnotwendigkeit von hoher Relevanz ist, sitzt man gef\u00fchlt in der Klemme. Ich kann schlie\u00dflich nicht gleichzeitig rechts herum und links herum gehen. Ich kann nicht gleichzeitig in meinem Job bleiben und ihn aufgeben.<\/p>\n\n\n\n<p>In diesem Moment nutzen viele Menschen ein Coaching, um gemeinsam mit einem Coach einen individuellen L\u00f6sungsweg zu erarbeiten, der sich stimmig anf\u00fchlt. Denn oft haben Menschen wie Kira schon selbst alles M\u00f6gliche ausprobiert, um zu einer L\u00f6sung zu kommen. Sie haben beispielsweise andere Personen um Rat gefragt und kennen bereits Tipps und Ratschl\u00e4ge, wie andere sich in ihrer Situation verhalten w\u00fcrden. Sie haben oft Pro-\/Contra-Listen erstellt, die ihnen nicht weitergeholfen haben. Sehr oft f\u00fchrt die Addition der Argumente auf beiden Seiten zu einer L\u00f6sung, der man trotzdem innerlich nicht zustimmen kann \u2013 man wei\u00df leider meistens nicht, warum nicht.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor ich Ihnen einige Hinweise geben m\u00f6chte, wie Sie entweder im Coaching oder in der weiteren Selbst-Coaching-Phase mit einer Zwickm\u00fchlen-Entscheidung umgehen k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir uns bewusst werden, wie das menschliche Gehirn, also unser Bewusstsein mit Entscheidungsprozessen grunds\u00e4tzlich umgeht:<\/p>\n\n\n\n<p>So haben Untersuchungen ergeben, dass unser bewusstes Ich in Entscheidungsprozessen nur bedingt involviert wird. Der Gro\u00dfteil unser Entscheidungsprozesse geschieht unbewusst.<\/p>\n\n\n\n<p>Stattdessen wertet unser (unbewusstes) Bewusstsein Erfahrungen aus der Vergangenheit aus, die erste Hinweise auf Entscheidungen in der Zukunft geben. Das hei\u00dft im Falle von Kira, dass die Art und Weise, wie sie in ihrem bisherigen Leben mit \u00e4hnlichen Entscheidungs-, bzw. Ver\u00e4nderungsprozessen umgegangen ist, eine gro\u00dfe Rolle spielt, wie sie sich auch der aktuellen Situation entscheiden wird. Hirnphysiologisch betrachtet spielt unser emotionales System (limbisches System) ebenfalls mit, wenn es um eine Entscheidung geht. Sogenannte&nbsp;<strong>somatische Marker<\/strong>&nbsp;(Storch\/Krause) geben Hinweise, in welche Richtung es uns eher zieht. Kira wird sp\u00fcren, ob die Idee einer beruflichen Ver\u00e4nderung eher ein neugieriges Kribbeln in der Bauchgegend ausl\u00f6st oder ihr den sprichw\u00f6rtlichen Angstschwei\u00df auf die Stirn treibt.&nbsp;&nbsp;Unsere Emotionen, die ja auch auf Erfahrungen fu\u00dfen, geben uns einen groben Hinweis, wo es lang gehen soll: entweder ein grunds\u00e4tzliches \u201eGo\u201c oder ein grunds\u00e4tzliches \u201eNo\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Coaching lernt Kira, dass sie einen grunds\u00e4tzlichen Widerstand gegen Ver\u00e4nderungen sp\u00fcrt. Sie macht sich bewusst, dass Ver\u00e4nderungen f\u00fcr sie angstbesetzt sind. Das signalisieren ihre Emotionen. Ihr Verstand sagt jedoch, dass es gerade jetzt sinnvoll ist, eine berufliche Ver\u00e4nderung zu starten, also setzt sie sich mit diesem scheinbaren Widerspruch weiter auseinander.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein hilfreicher Denkansatz aus dem systemischen Coaching m\u00f6chte zwischen beiden Aspekten eine Br\u00fccke schlagen. Folgende Fragen inspirieren Kira f\u00fcr einen v\u00f6llig neuen Denkansatz:<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWof\u00fcr ist es gut, vor der beruflichen Ver\u00e4nderung Angst zu haben? Und wenn du Angst mit Vorsicht ersetzt \u2013 was k\u00f6nnte an Vorsichtsma\u00dfnahmen bei einer beruflichen Ver\u00e4nderung hilfreich sein?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWelche Bedeutung spielt die Neugier auf etwas Neues gerade jetzt in deinem Leben? Und wie w\u00e4re es m\u00f6glich, etwas Neues und Inspirierendes in dein Leben zu tragen, auch wenn du rein \u00e4u\u00dferlich gar nichts ver\u00e4nderst?\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Die Idee des \u201eguten Grunds\u201c hilft, die innere Zwickm\u00fchle anders zu bewerten. Alles, was an Emotionen und Gedanken da ist, wird reframed, d.h. in einem positiven Blickwinkel betrachtet. So gelingt es, den inneren Blick zu weiten und weitere L\u00f6sungsm\u00f6glichkeiten anzuerkennen. Aus einem Dilemma werden viele M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem Coaching geht es Kira besser. Sie wei\u00df zwar noch nicht, wie sie sich entscheidet, ist aber wesentlich gelassener geworden und will sich mit ihrem Entscheidungsprozess Zeit lassen. Sie hat eine ganz pers\u00f6nliche \u201eAusprobierzeit\u201c f\u00fcr sich selbst vereinbart und in Form eines \u201eProbehandelns\u201c versetzt sie sich abwechselnd f\u00fcr 1-2 Tage in folgende Szenarien:<\/p>\n\n\n\n<p>1. Alles bleibt so wie es ist&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>2. Sie k\u00fcndigt ihren Job und sucht sich etwas Neues&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>3. Sie bleibt im Job und versucht, aus der Routine auszusteigen und neuen Impulsen nachzugehen.<\/p>\n\n\n\n<p>4. Sie denkt \u00fcber einen Ausstieg nach, der so vorsichtig und allm\u00e4hlich wie m\u00f6glich gestaltet wird.<\/p>\n\n\n\n<p>Phase 1 hat sie bereits durchlaufen, ihre Gedanken und Gef\u00fchle hat sie protokolliert, damit sie alle \u201eProbeerfahrungen\u201c im Anschluss auswerten kann.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch wenn sie noch nicht wei\u00df, was genau sie am Ende entscheiden wird, sie ist sich jetzt sicher, dass es eine kluge Entscheidung werden wird.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><a href=\"https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6506680_1920.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"681\" src=\"https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6506680_1920-1024x681.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-424\" srcset=\"https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6506680_1920-1024x681.jpg 1024w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6506680_1920-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6506680_1920-768x510.jpg 768w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6506680_1920-1536x1021.jpg 1536w, https:\/\/blog.zsconsult.de\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/woman-6506680_1920.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><figcaption>(Foto: J\u00e1nos Bencs, pixabay.com)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Zum Weiterlesen:<\/p>\n\n\n\n<p>Maja Storch: Das Geheimnis kluger Entscheidungen, Goldmann Verlag 2005<\/p>\n\n\n\n<p>Gerald H\u00fcther: Etwas mehr Hirn, bitte, Vandenhoeck &amp; Ruprecht 2015<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kira ist schon lange in ihrem Job unzufrieden. Vor mehr als sieben Jahren hat sie als Teamleiterin in einem gro\u00dfen mittelst\u00e4ndischen Weiterbildungsunternehmen begonnen. Doch viele Versprechen seitens ihres Arbeitgebers konnten nicht eingehalten werden: spannende Aufstiegs-, bzw. Weiterentwicklungsm\u00f6glichkeiten haben sich leider nicht ergeben. 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