Was tun wenn Sie gekränkt auf Kritik reagieren?

„Nehmen Sie’s nicht persönlich“, sagt der Vorgesetzte zu seiner Mitarbeiterin, „aber Sie sind einfach eine schlechte Verkäuferin“. Doch die Mitarbeiterin nimmt es persönlich, denn nach dieser Kritik fühlt sich als Person abgewertet.

In der Stadt im Strandkorb

Wenn Menschen mit Kritik schlecht umgehen können, fangen sie  in der Regel sofort an, sich zu rechtfertigen. Ein Teufelskreis, denn dadurch verstärkt sich beim Gegenüber der Eindruck, dass man unsicher wirkt und mit der Kritik nicht souverän umgehen kann.

Menschen, die keine Kritik vertragen, neigen dazu, alles viel zu persönlich zu nehmen und quälen sich zu Hause nach Feierabend weiter mit den (berechtigten oder unberechtigten) Vorwürfen. Das kann einen im wahrsten Sinne des Wortes krank machen. Doch was da ganz offensichtlich als Schwäche erscheint ist aber auch gleichzeitig eine Stärke, denn sehr oft wird Kritik, sei es von Vorgesetzten oder Kollegen, unsachlich und unprofessionell vorgetragen. Als feinfühliger – und vielleicht zu Recht gekränkter Mensch bemerken Sie schneller als andere, wenn Kritik abwertend formuliert wird. Nutzen Sie diese Schwäche als Stärke und denken Sie daran, dass Sie ein Recht auf professionell und sachlich vorgebrachtes Feedback haben.

Gute Kritik formuliert man zum Beispiel mit Hilfe der drei W‘s :

1. Stufe: Wahrnehmung: Kritik sollte niemals pauschal, sondern immer anhand eines Beispiels formuliert werden:

„Letzte Woche, als Sie das Verkaufsgespräch mit Herrn Müller geführt haben, ist mir aufgefallen, dass Sie ihm am Ende des Gesprächs gar kein konkretes Angebot gemacht haben.“

2 .Stufe: Wirkung: Beschreiben Sie die Auswirkungen des oben beschriebenen Verhaltens:

„Dadurch konnten Sie die Verkaufsentscheidung nicht weiter voran treiben.“

3. Stufe: Wunsch: Was soll der andere in Zukunft ändern, damit er den Fehler nicht nochmal macht?

„Denken Sie nächstes Mal daran, am Ende des Gesprächs zusammenzufassen und immer ein konkretes Verkaufsangebot zu formulieren.“

Wenn Sie also die nächste Kritik wieder schlecht vertragen, dann prüfen Sie anhand der drei W’s, ob sie wirklich professionell formuliert wurde. Falls nicht, drehen Sie den Spieß einfach um und fragen die drei Stufen beim anderen ab:

  1. Nenn mir ein konkretes Beispiel!
  2. Welche Auswirkungen hat mein Fehlverhalten?
  3. Was soll ich nächstes Mal anders machen?

Wenn Sie trotz konstruktiv formulierter Kritik immer noch gekränkt sind, dann kann es nur einen Grund haben: an der Kritik muss was Wahres dran sein…

Veröffentlicht von Ute Zander

Geschäftsführerin von ZS Consult GmbH - www.zsconsult.de

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