Gesunde Führung in der Krise – so fördern Sie die Selbstmanagement-Kompetenzen im Home-Office

Geht Ihnen das auch so? Nachdem wir zuerst alles rund um Corona wie ein Schwamm aufgesogen und gelesen haben, bekommen wir jetzt fast zu viel Information.

Den Mitarbeiter*innen, die ja jetzt fast alle im Home-Office arbeiten, mag es manchmal auch so gehen. Denn wenn der Arbeitstag voll und ganz im Selbstmanagement geplant und umgesetzt werden muss, fehlt der soziale Austausch mit den Kolleg*innen und viele lassen sich jetzt stärker von Informationen und Nachrichten ablenken und manchmal vielleicht auch stimmungsmäßig runterziehen. Die Situation ist nicht ganz einfach: einerseits ist es wichtig, gut informiert zu bleiben, aber um die eigene mentale Gesundheit und Stärke aufrecht zu erhalten, ist es genauso wichtig, sich auch mal bewusst aus dem Informationsstrom rund um Corona rauszuhalten. Und da sind wir schon bei zwei Fähigkeiten, die uns in Krisenzeiten stabil erhalten: die Abgrenzungs- und die Selbststeuerungsfähigkeit. Denn am Ende kann nur jeder selbst entscheiden, ob es jetzt grad gesünder ist, „on“ oder „off“ zu bleiben. 

Als Führungskraft können Sie diese beiden Fähigkeiten fördern. Bleiben Sie mit Ihren Mitarbeiter*innen auch im Home Office regelmäßig im Kontakt. Werten Sie gemeinsam aus, mit welchen Fähigkeiten und Kompetenzen es gelingt, gut durch den Home-Office-Alltag zu kommen. Gerade jetzt ist es besonders wichtig, weniger mit allgemeingültigen Tipps und Strategien zu arbeiten, sondern die sehr individuellen Selbstmanagement-Kompetenzen eines jeden Mitarbeiters/-in zu fördern. 

Da können folgende Fragen hilfreich sein:

  • Was hilft dir, dich gut zu konzentrieren, wenn die Kinder laut sind?
  • Wie schaffst du es, diszipliniert zu bleiben, obwohl der normale Büro-Background fehlt?
  • In welchen Momenten ist es frustrierend, im Home-Office zu sitzen und wann ist es auch angenehm?

Reflektierende Fragen regen zur Selbstbeobachtung an und die wiederum stärken die Selbstmanagement- und Selbststeuerungsfähigkeiten.

Um das soziale Miteinander im Team auch in Zeiten der Isolation zu fördern oder aufrecht zu erhalten, sind regelmäßige gemeinsame Online-Meetings wichtig.

Und zu Beginn eines Online-Meetings kann es hilfreich sein, sich kurz auszutauschen, wie es jedem/jeder im Home Office gerade geht. Das muss kein Jammern und Klagen sein, sondern kann auch witzig und kreativ gelingen. Lassen Sie ruhig mal berichten, wo die größten Hürden liegen – vielleicht beim Aufstehen morgens, wenn kein Druck da ist, rechtzeitig im Büro zu sein? Oder vielleicht weil die Kinder nebenan so laut sind und dauernd was fragen? Es kann spannend sein, sich darüber auszutauschen, wie es gelingen kann, mit dieser neuen Situation gut klar zu kommen. Und es gibt bestimmt sehr viele komische Situationen, über die man gemeinsam lachen kann.

Am Ende kann die momentane Ausnahmesituation eine gute Gelegenheit sein, sich bewusster mit sich selbst und dem Zusammenarbeiten im Team auseinander zu setzen. Als Führungskraft können Sie diese Aspekte einer guten Zusammenarbeit in schwierigen Situationen bewusst machen. Lernen aus der Krise kann heißen, Best Practices herauszuarbeiten und zu überlegen, welche Arbeitsroutinen, die sich jetzt bewähren, in Zukunft beibehalten werden sollten. Und in Einzelgesprächen mit Ihren Mitarbeiter*innen können Sie herausarbeiten, welche Selbstmanagement-Kompetenzen für die einzelne Person jetzt besonders wichtig sind und wie es gelingen kann, diese Fähigkeit im Home-Office-Alltag zu „trainieren“.

Weniger ist manchmal mehr – und sich im Team weniger oder gar nicht zu sehen heißt, die Zeit der Online-Begegnungen als Gelegenheit zu nutzen, ein unterstützendes Miteinander zu fördern. 

Veröffentlicht von Ute Zander

Geschäftsführerin von ZS Consult GmbH - www.zsconsult.de

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