Führungs-know-how für Teamleiter*innen

Teamleiter*innen wachsen sehr oft in ihre Position einfach so hinein. Meistens waren sie vorher Kolleg*innen und haben dann – nicht selten aus einer personellen Not heraus – den Job übernommen. Die Führungsaufgaben, die sie jetzt ausfüllen müssen/dürfen regeln sie meist „aus dem Bauch heraus“. Meiner Erfahrung nach funktioniert das oft sehr gut.

Aber dann gibt es meistens einen Moment oder eine Situation, in der das „aus dem Bauch heraus“-Handeln misslingt. Spätestens dann können Teamleiter*innen die Chance ergreifen, ihre Leitungs-/Führungskompetenzen weiterzuentwickeln.

Folgende Themen interessieren vor allem Teamleiter*innen:

  • Wie sorge ich für ein gutes Teamklima, bzw. wie kann ich ein Team gezielt aufbauen?
  • Wie gehe ich mit Konflikten im Team um?
  • Wie verhalte ich mich in Situationen, in denen die Führung über mir Ziele setzt, die mein Team ablehnt?

Wissenschaftlichen Untersuchungen zufolge wirkt sich das Führungsverhalten der Teamleiter*innen (dazu zählen u.a. auch die Meister in den Produktionshallen, Projektleiter*innen und die Stationsleiter*innen in den Krankenhäusern) unmittelbar auf das Leistungsverhalten, die Leistungsmotivation und die Gesundheit der Mitarbeitenden aus. Ein gutes Team- und Leistungsklima entsteht also durch ein gutes Führungsverhalten der Teamleiter*innen.

Unser Seminarangebot „Lösungsorientiert leiten und kommunizieren in Projekten und Teams“ bereitet Team- und Projektleiter*innen auf diese wichtigen Aufgaben vor: https://www.zsconsult.de/index.php/seminare1/inhouse/weiterbildung-teamleiter-innen.html

Neue Führung jetzt!

Führen auf Sicht ist im Moment angesagt. Keiner weiß genau, wie sich die Wirtschaft, unsere Gesundheit, unser Arbeitsplatz in Zukunft entwickeln wird.

Natürlich verunsichert uns das – aber ich sehe auch viele Chancen für positive Veränderungen, wenn es gelingt, einige Denkgewohnheiten kritisch zu hinterfragen, um komplexe Probleme anders als bisher zu lösen.

Und wieder einmal geht es um gute Führung – weil ein sicherer Rahmen, eine hilfreiche Orientierung gerade in Krisenzeiten wichtig ist, um das Kreative, das Innovative in uns in Gang zu setzen.

Wir haben in letzter Zeit oft über agile (Führungs-) Ansätze nachgedacht und so manches Unternehmen hat viel investiert, um agile Methoden im Unternehmensalltag einzusetzen und als modernes Mindset authentisch zu leben. 

Genau da sollten wir jetzt ansetzen und weiterdenken. Wenn Agilität hilft, Arbeitsprozesse schnell und flexibel anzupassen, um im Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben, dann gibt es eine wichtige Komponente, die nun – auf dem Hintergrund einer massiven Gesundheitskrise mit einschneidenden Folgen – konsequent mitgedacht werden sollte: die Gesundheit. Und zwar die Gesundheit von Menschen, die sich infizieren könnten (ganz egal ob mit oder ohne Vorerkrankung), die psychische Gesundheit von Menschen, die unter permanenter Quarantäne leiden und einsam werden, die Gesundheit von Mitarbeitenden und Führungskräften in Betrieben, die sich auf völlig neue, unsichere Arbeitssituationen einstellen müssen und die Gesundheit unserer Erde, die schon seit langem kurz vor dem Kollaps steht.

Wenn ich mich auf die Gesundheit der Führungskräfte konzentriere, ist spürbar geworden, dass viele Führungskräfte jetzt wissen möchten, wie gesundheitsförderliches Krisenmanagement aussieht, wie sie psycho-soziale Belastungen von Mitarbeiter*innen rechtzeitig erkennen können und welche betrieblichen Maßnahmen sie als Führungskraft ergreifen können, um gesundheits-wirksam zu handeln. Auch den eigenen Belastungsgrad im Blick zu behalten, steht jetzt im Vordergrund. Denn wenn man selbst am Limit ist, ist die Energie nicht da, Probleme zu lösen, schon gar nicht existenzrelevante Probleme für die Zukunft von Mitarbeitenden und Betrieben.

Das Konzept der Resilienz zeigt schon seit Jahrzehnen, wie die eigene mentale Widerstandkraft in Krisenzeiten gezielt aufgebaut werden kann. Hier sehe ich eine Chance, im Rahmen eines Ansatzes von „Neuer Führung“ wichtige Kompetenzen zu erwerben, die eine gute Balance zwischen dem Erhalt von Leistungsfähigkeit und von Gesundheit aufrecht erhalten.

Welche Kompetenzen sind das? Die bislang bekannten Führungskräfte-Schulungen vermitteln wichtige Kompetenzen für strategische Prozesse, für die Steuerung der  Arbeitsorganisation und der Arbeitsaufgaben von Mitarbeitenden, in den meisten Schulungen lernt man auch noch, wie Mitarbeitende motiviert werden können und manchmal auch, wie Konflikte gelöst werden können. Oft geht es darum, Gespräche so geschickt führen zu können, dass man eigene Interessen möglichst durchsetzt und im Rahmen der eigenen Karriere möglichst schnell weiter kommt.

Was oft zu kurz kommt, ist die Vermittlung von Führungskompetenzen, die ich Meta-Kompetenzen nenne. Meta-Kompetenzen sind im Unterschied zu Handlungskompetenzen Fähigkeiten, die nicht das konkrete Ausführen betreffen, sondern sich auf das „Wie“ des Handelns konzentrieren. Sie beinhalten persönliche Kompetenzen, die Fähigkeit zu abstrahieren und sich selbst und Prozesse zu beobachten. Diese Beobachtungsfähigkeit schließt z.B. einen Perspektivwechsel ein.

Metakompetenzen: 

  • Selbstreflexion rund um die eigene Führungsrolle und auch das eigene Führungsverhalten, u.a. 
  • Aktivierung eigener mentaler Stärken, die die eigene Selbstwirksamkeit erhöhen.
  • Förderung der eigenen Resilienzfaktoren als Vorbereitung für den Umgang mit Krisen, Veränderungen und Phasen der Unsicherheit.
  • Problem- und Konfliktlösungsansätze, die auf ein Win-Win-abzielen (s.a. Perspektivwechsel) anstelle einer individuellen Profilierungsstrategie, die nur die eigenen Interessen vertritt.
  • Kommunikationskompetenzen, die das kollegiale Netzwerken und den kollegialen Austausch fördern.

Wozu dienen diese Meta-Kompetenzen?

In den letzten Wochen wurde in der Öffentlichkeit viel darüber diskutiert, was jetzt wichtiger ist: den Lock-Down aufrecht zu erhalten, um die Gesundheit von Menschen zu gewährleisten oder den Lock-Down aufzuheben, um die Sicherheit und Überlebensfähigkeit von Unternehmen und Organisationen zu gewährleisten.

Die Zwickmühle, die bei dieser Fragestellung entsteht, ist gefährlich, es kann nicht darum gehen, sich zwischen der Gesundheit von Menschen und dem Überleben, bzw. der Gesundheit von Unternehmen zu entscheiden. Die Frage ist falsch gestellt, wenn sie uns in ein Entweder-Oder, in ein Dilemma führt.

Die Frage muss stattdessen lauten: was können wir tun, um beides in einer sinnvollen, praktisch umsetzbaren Balance herzustellen? Nur diejenigen, die gelernt haben, Meta-Kompetenzen in komplexen Problemsituationen einzusetzen, finden Auswege und Lösungen für Dilemmata. Die Chance, eine neue Führungshaltung gerade jetzt zu finden, eine Führungshaltung die uns aus den Zwickmühlenfragestellungen herausführt und uns unterstützt aus Gesundheit und (Arbeits-) Leistung keinen Widerspruch, sondern eine sinnvolle Synthese zu finden, sollte von Unternehmen und Organisationen ergriffen werden.

Online Workshop – Gesund führen in Krisenzeiten

Mit dem „Gesund führen“ ist es so ähnlich wie mit der eigenen Gesundheit: wenn alles okay ist, kümmern wir uns nicht weiter drum. Dann ist Gesundheit – und auch gesunde Führung – etwas Selbstverständliches.

Doch jetzt ist alles anders. Viele Unternehmen und Führungskräfte spüren, dass die Krise und die damit verbundenen Ausnahmesituationen in den Betrieben ein besonderes Führungsverhalten verlangen.

In unserem kostenlosen Online-Workshop „Gesund führen in Krisenzeiten“ am 09. April und am 17. April jeweils um 16.00-16.45 Uhr besprechen wir folgende Themen:

  • Was ist gesunde Führung und was nützt sie in der Corona-Krise?
  • Für welche momentanen Probleme kann ein gesundheitsgerechtes Führen eine Lösung sein?
  • Kurzer Selbst-Check: wie gesund führen Sie selbst?
  • Diskussion und Lösungsansätze: was ist jetzt zu tun?

Wir freuen uns auf Ihre Anmeldungen unter info@zsconsult.de. Sie erhalten von uns einen Zugangslink.

In der Balance bleiben – Ideen zur persönlichen Gesunderhaltung in der Krise

Ich bin selber hin- und hergerissen und frage mich oft, ob es gut ist, immer wieder über Corona zu sprechen und plädiere für ein „sowohl als auch“. Manchmal ist es gut und manchmal ist es schlecht. Wie so oft im Leben sind es die Extreme, die uns nicht gut tun: beispielsweise die Gefährdung komplett zu ignorieren und zu verdrängen (Negativbeispiele finden wir derzeit in der Weltpolitik) – oder in Panik zu geraten und letztendlich nicht mehr handlungsfähig zu sein. 

Für viele Menschen bricht gerade die berufliche Existenz zusammen und es ist völlig nachvollziehbar, dass man Angst bekommt, wenn man nicht mehr weiß, wie es weiter gehen soll und wovon man seine Existenzgrundlage bestreiten soll.

Was tun? Wir leben momentan in einer Situation, bei der wirklich niemand konkret vorhersagen kann, wie sich die gesundheitliche und wirtschaftliche Situation auf der Welt entwickeln wird. Es gibt keinen verlässlichen Tipp, was wir jetzt tun können, um alles richtig zu machen, um auf der sicheren Seite zu sein. Wir haben alle ein Stück weit die Kontrolle verloren.

Wir haben also die Aufgabe, mit einem momentan „unlösbaren“ Problem umzugehen, denn das Virus lässt sich nicht einfach wegmachen oder wegdenken. Es geht also darum, einen guten Umgang mit einer Situation zu finden, die wir nur bedingt beeinflussen können.

Für mich ist diese Erkenntnis der Schlüssel zur Lösung: das Problem lässt sich nicht aus der Welt schaffen (zumindest nicht sofort), also brauchen wir einen guten Umgang mit diesem Problem.

Die Gesundheitspsychologie hat viele Ansätze entwickelt, die Menschen helfen, mit psychisch belastenden Situationen einen guten Umgang zu finden. Ein bewährter Ansatz ist die bewusste Steuerung der eigenen Lebens- oder Work-Life-Balance.

Dieses Modell geht davon aus, dass wir alle in unterschiedlichen Lebensbereichen leben und dort auch unsere verschiedenen Lebensbedürfnisse befriedigen.

Wir können uns anhand dieses Modells aber auch herleiten, wie der Ausgleich geschaffen werden kann, wenn ein Lebensbereich nicht mehr wie gewohnt zufriedenstellend funktioniert.

Nehmen wir mal den Bereich „Leistung/Arbeit“. Viele von uns können im Moment nicht arbeiten, manche verlieren sogar ihren Job. Gerade jetzt ist es wichtig, den Verlust, bzw. Zusammenbruch in dem einen Bereich durch die Konzentration auf einen anderen Bereich wenigstens ansatzweise zu kompensieren. Manche machen das schon automatisch, wenn man beispielsweise bewusst mehr Sport treibt als sonst. Die soziale Distanz zu Freunden oder zur Familie kann dadurch kompensiert werden, dass ich mir  bewusst mehr Zeit für meine persönlichen Bedürfnisse nehme. Oder aber bewusst Kontakt über Online-Medien wie Skype oder Facetime suche. Wie genau das Ausbalancieren von Defiziten stattfinden kann, kann jede/-r selbst entscheiden. Wichtig ist nur, dass ein aktiver Ausgleich stattfindet. Natürlich heißt das nicht, dass die Welt trotz Verlust, Trauer oder Belastung wieder in Ordnung ist. Aber das bewusste Ausbalancieren und vor allem das bewusste Reflektieren der Situation hilft uns, eigene Lösungsansätze zu kreieren. Und wenn das gelingt, ist der erste Schritt in Richtung seelische Gesundheit getan.