Was tun, wenn sich im Job nichts mehr richtig anfühlt?

Unser Gast beim letzten Sounding Board kam genau mit dieser Frage: der Job macht nicht mehr so richtig Spaß, die Rahmenbedingungen des (Privat-) Lebens sind auch nicht gerade rosig. Man fühlt sich schlapp, ausgelaugt, dreht sich mit den Gedanken im Kopf nur noch im Kreis und sucht den Ausweg.

Ein Bild, das Schritt, Treppe, Zement, Beton enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Ruth, Frank und ich haben in solchen Situationen auch nicht den ultimativen Tipp, der alle Probleme auf einmal auflöst.

Aber wir haben gesehen, dass bestimmte Fragen helfen, die ersten Schritte auf dem Weg zu Lösung zu finden:

  • In welchen Momenten gibt es Ausnahmen, fühlst du dich weniger belastet?
  • Was genau ist eigentlich dein beruflicher Traum?
  • Was hindert dich momentan, auf eigene Bedürfnisse zu achten?

Mit diesen und noch vielen weiteren Fragen haben wir Hypothesen und Ideen entwickelt, wie unser Gast sich auf den Weg machen kann.

Und das Resultat? Mal abgesehen davon, dass es gut tut, die eigene Situation gemeinsam zu reflektieren und sich allein dadurch schon viele neue Türen auftun, die verschlossen sind, wenn man sich allein im Gedankenkarrussel bewegt, es war hilfreich, das Problem genauer zu analysieren, es aus neuen Blickwinkeln zu betrachten, die Lage nicht nur rational sondern auch emotional zu bewerten und dann schlussendlich eine Idee für einen ganz individuellen Plan zu entwickeln.

  • Was tut mir jetzt gerade gut?
  • Mal abgesehen vom momentanen Problem – was läuft gut in meinem Leben?
  • Ich entscheide, einen ersten kleinen Schritt zu gehen, vielleicht ist es gar nicht so wichtig, gleich die Gesamtlösung zu kennen, sondern sich zunächst auf den Weg zu machen….

Wir freuen uns auf Ihren Besuch beim nächsten Sounding Board am 30.11.2021 19.00-20.30 Uhr online auf Zoom. 

Anmeldungen unter https://www.digistore24.com/product/396380

Und weitere Infos unter: info@zsconsult.de

Boxenstopp für Führungskräfte – kleiner Leistungs-Check für zwischendurch

In der täglichen Routine ist oft keine Zeit, sich selbst mit den eigenen Stärken und Schwächen auf den Prüfstand zu stellen.

Nehmen Sie sich die Zeit, aus der Meta-Perspektive das eigene Führungshandeln mit einer bekannten Methode zu reflektieren: dem SWOT-Modell.

Kurz erklärt:

Mit dem SWOT-Modell kann man anhand einer vorangehenden Stärken-/Schwächen-Analyse Chancen und Risiken für die Zukunft überdenken.

Überdenken Sie nun Ihre Stärken und Schwächen als Führungskraft. Anschließend erarbeiten Sie, welche Risiken Sie mit welchen Stärken abwehren können und welche Schwächen Sie ausbalancieren sollten, um Risiken zu minimieren.

Sie haben Fragen oder weiteren Diskussionsbedarf? Melden Sie sich für ein Coaching bei info@zsconsult.de

Raus aus der Zwickmühle – Wichtige Entscheidungen treffen kann man lernen

Kira ist schon lange in ihrem Job unzufrieden. Vor mehr als sieben Jahren hat sie als Teamleiterin in einem großen mittelständischen Weiterbildungsunternehmen begonnen. Doch viele Versprechen seitens ihres Arbeitgebers konnten nicht eingehalten werden: spannende Aufstiegs-, bzw. Weiterentwicklungsmöglichkeiten haben sich leider nicht ergeben. Und das gute Teamklima hat sich über die Jahre betrachtet als eher erträglich herausgestellt. 

(Foto: János Bencs, pixabay.com)

Die alleinerziehende Mutter einer 13-jährigen Tochter möchte sich beruflich verändern. Mit Anfang vierzig ist aus ihrer Sicht der richtige Zeitpunkt gekommen, sich einen Job zu suchen, der zu hundert Prozent ihren Vorstellungen entspricht und sich nicht mehr mit faulen Kompromissen zufrieden zu geben. Ihre Tochter ist aus dem Gröbsten raus und Kira findet, dass sie es sich nun erlauben darf, wieder mehr an sich zu denken.

Einerseits….andererseits sind da Zweifel und Ängste, die sie quälen:

„Wer garantiert mir denn, dass der nächste Job, der zunächst attraktiv wirkt, sich nicht doch wieder als Niete entpuppt, so wie bei ihrer jetzigen Firma?“

„Ich müsste umziehen, bei mir im Umkreis gibt es nichts Passendes. Ich müsste meine Tochter aus ihrem gewohnten Umfeld reißen. Das ist mit einer pubertierenden Tochter schwer zu machen.“

„Vielleicht ist die Suche nach dem Perfekten ein Irrtum? Meine Eltern und viele Freunde sagen mir immer wieder, dass ich zu anspruchsvoll bin.“

(Foto: Paul Stachowiak, pixabay.com)

Immer dann, wenn Menschen sich mit wichtigen Entscheidungen in einer gefühlten Sackgasse befinden, sprechen wir von einem Dilemma.  Bei einem Dilemma gibt es meistens zwei Optionen, die sich gegenseitig ausschließen. Dadurch, dass die Entscheidungsnotwendigkeit von hoher Relevanz ist, sitzt man gefühlt in der Klemme. Ich kann schließlich nicht gleichzeitig rechts herum und links herum gehen. Ich kann nicht gleichzeitig in meinem Job bleiben und ihn aufgeben.

In diesem Moment nutzen viele Menschen ein Coaching, um gemeinsam mit einem Coach einen individuellen Lösungsweg zu erarbeiten, der sich stimmig anfühlt. Denn oft haben Menschen wie Kira schon selbst alles Mögliche ausprobiert, um zu einer Lösung zu kommen. Sie haben beispielsweise andere Personen um Rat gefragt und kennen bereits Tipps und Ratschläge, wie andere sich in ihrer Situation verhalten würden. Sie haben oft Pro-/Contra-Listen erstellt, die ihnen nicht weitergeholfen haben. Sehr oft führt die Addition der Argumente auf beiden Seiten zu einer Lösung, der man trotzdem innerlich nicht zustimmen kann – man weiß leider meistens nicht, warum nicht.

Bevor ich Ihnen einige Hinweise geben möchte, wie Sie entweder im Coaching oder in der weiteren Selbst-Coaching-Phase mit einer Zwickmühlen-Entscheidung umgehen können, müssen wir uns bewusst werden, wie das menschliche Gehirn, also unser Bewusstsein mit Entscheidungsprozessen grundsätzlich umgeht:

So haben Untersuchungen ergeben, dass unser bewusstes Ich in Entscheidungsprozessen nur bedingt involviert wird. Der Großteil unser Entscheidungsprozesse geschieht unbewusst.

Stattdessen wertet unser (unbewusstes) Bewusstsein Erfahrungen aus der Vergangenheit aus, die erste Hinweise auf Entscheidungen in der Zukunft geben. Das heißt im Falle von Kira, dass die Art und Weise, wie sie in ihrem bisherigen Leben mit ähnlichen Entscheidungs-, bzw. Veränderungsprozessen umgegangen ist, eine große Rolle spielt, wie sie sich auch der aktuellen Situation entscheiden wird. Hirnphysiologisch betrachtet spielt unser emotionales System (limbisches System) ebenfalls mit, wenn es um eine Entscheidung geht. Sogenannte somatische Marker (Storch/Krause) geben Hinweise, in welche Richtung es uns eher zieht. Kira wird spüren, ob die Idee einer beruflichen Veränderung eher ein neugieriges Kribbeln in der Bauchgegend auslöst oder ihr den sprichwörtlichen Angstschweiß auf die Stirn treibt.  Unsere Emotionen, die ja auch auf Erfahrungen fußen, geben uns einen groben Hinweis, wo es lang gehen soll: entweder ein grundsätzliches „Go“ oder ein grundsätzliches „No“.

Im Coaching lernt Kira, dass sie einen grundsätzlichen Widerstand gegen Veränderungen spürt. Sie macht sich bewusst, dass Veränderungen für sie angstbesetzt sind. Das signalisieren ihre Emotionen. Ihr Verstand sagt jedoch, dass es gerade jetzt sinnvoll ist, eine berufliche Veränderung zu starten, also setzt sie sich mit diesem scheinbaren Widerspruch weiter auseinander.

Ein hilfreicher Denkansatz aus dem systemischen Coaching möchte zwischen beiden Aspekten eine Brücke schlagen. Folgende Fragen inspirieren Kira für einen völlig neuen Denkansatz:

„Wofür ist es gut, vor der beruflichen Veränderung Angst zu haben? Und wenn du Angst mit Vorsicht ersetzt – was könnte an Vorsichtsmaßnahmen bei einer beruflichen Veränderung hilfreich sein?“

„Welche Bedeutung spielt die Neugier auf etwas Neues gerade jetzt in deinem Leben? Und wie wäre es möglich, etwas Neues und Inspirierendes in dein Leben zu tragen, auch wenn du rein äußerlich gar nichts veränderst?“

Die Idee des „guten Grunds“ hilft, die innere Zwickmühle anders zu bewerten. Alles, was an Emotionen und Gedanken da ist, wird reframed, d.h. in einem positiven Blickwinkel betrachtet. So gelingt es, den inneren Blick zu weiten und weitere Lösungsmöglichkeiten anzuerkennen. Aus einem Dilemma werden viele Möglichkeiten.

Nach dem Coaching geht es Kira besser. Sie weiß zwar noch nicht, wie sie sich entscheidet, ist aber wesentlich gelassener geworden und will sich mit ihrem Entscheidungsprozess Zeit lassen. Sie hat eine ganz persönliche „Ausprobierzeit“ für sich selbst vereinbart und in Form eines „Probehandelns“ versetzt sie sich abwechselnd für 1-2 Tage in folgende Szenarien:

1. Alles bleibt so wie es ist…

2. Sie kündigt ihren Job und sucht sich etwas Neues…

3. Sie bleibt im Job und versucht, aus der Routine auszusteigen und neuen Impulsen nachzugehen.

4. Sie denkt über einen Ausstieg nach, der so vorsichtig und allmählich wie möglich gestaltet wird.

Phase 1 hat sie bereits durchlaufen, ihre Gedanken und Gefühle hat sie protokolliert, damit sie alle „Probeerfahrungen“ im Anschluss auswerten kann. 

Auch wenn sie noch nicht weiß, was genau sie am Ende entscheiden wird, sie ist sich jetzt sicher, dass es eine kluge Entscheidung werden wird. 

(Foto: János Bencs, pixabay.com)

Zum Weiterlesen:

Maja Storch: Das Geheimnis kluger Entscheidungen, Goldmann Verlag 2005

Gerald Hüther: Etwas mehr Hirn, bitte, Vandenhoeck & Ruprecht 2015

Kurz erklärt: warum Organisationen von Resilienz profitieren

Kennen Sie die ISO-Norm für organisationale Resilienz?

Tatsächlich, unter der Nummer 22136:2017 kann man nachlesen, was eine Organisation mitbringen muss, damit sie als resilient bezeichnet werden kann.

Das DIN-Konzept definiert Resilienz folgendermaßen,: Wenn eine Organisation trotz Krise in der Lage ist, ihre Funktionsfähigkeit aufrecht zu erhalten, gilt sie als resilient, bzw. widerstandsfähig. Das Konzept benennt neun Resilienzfaktoren:

  • Veränderung antizipieren
  • Stetige Verbesserung
  • Koordinierte Bereiche
  • Verfügbare Ressourcen
  • Geteilte Vision
  • Umfeld verstehen
  • Ermutigende Führungskräfte
  • Resilienzfördernde Kultur
  • Geteiltes Wissen

Was ist Resilienz?

Der Begriff Resilienz kommt eigentlich aus der Materialkunde und bezeichnet die Fähigkeit eines Materials, nach einer Auswirkung von außen (z.B. nach einem Schlag oder Stoß) in ihre ursprüngliche Form zurückkehren zu können. In den 1970-er Jahren des letzten Jahrhunderts hat die Psychologie den Begriff verwendet, um folgendes Phänomen zu beschreiben: Menschen, die schwere Krisen überstanden haben oder in sehr belastenden Lebenssituationen aufgewachsen sind, haben oft die Fähigkeit, scheinbar unbeschadet und ohne negative Auswirkungen psychisch stabil weiterleben zu können. Auch das wird als Resilienz bezeichnet.

Was können Sie tun, wenn Ihr Unternehmen resilienter werden soll?

  • Analysieren Sie die Resilienz Ihres Unternehmens

Viele Unternehmen sind funktionieren bereits resilient, ohne dass es ihnen bewusst ist. Wenn sie ihren Resilienzstatus analysieren möchten, brauchen Sie Unterstützung von Experten. Wir beraten Sie gerne, um das Unternehmen gemäß der oben genannten Resilienzfaktoren zu analysieren. 

  • Setzen Sie sich ein Ziel, um den Resilienzlevel zu erhöhen. 

Achten Sie darauf, dass diese Zielsetzung mit anderen Unternehmenszielen harmoniert. Im Anschluss an eine Analyse kann entschieden werden, ob jetzt der richtige Zeitpunkt für Resilienzaufbau ist.

  • Gehen Sie strategisch und zielgerichtet vor.

Mit einem durchdachten, professionellem Konzept binden Sie erst die Führungskräfte und dann die Mitarbeitenden in den Resilienzprozess mit ein. Wenn Sie selbst, bzw. die Geschäftsleitung glaubwürdig hinter dem Konzept steht, profitieren Sie recht schnell von den ersten Erfolgen.  

Was ist der nächste Schritt?

Sprechen Sie uns an. Wir beraten Sie, wie Ihr Plan für mehr Resilienz im Unternehmen Gestalt annimmt: info@zsconsult.de